100 Millionen vom Bund

Mit Innovationen dem starken Franken trotzen
 
Mit einem Massnahmenpaket gegen den „starken Franken“ will der Bundesrat der Exportwirtschaft unter die Arme greifen. Teil davon ist ein soeben angelaufenes Förderprogramm der Innovationsagentur des Bundes KTI. Unternehmen sollen so zu einmalig günstigen Bedingungen mit der Forschung zusammenspannen.
 
Das Ziel des Massnahmenpakets ist klar definiert: Exportorientierte Unternehmen sollen Innovationsvorhaben trotz angespannter Finanzlage durchführen können und so international konkurrenzfähig bleiben. Dazu will der Bund die Auftragsforschung im Dienst der Wirtschaft verstärkt fördern. „Die Bedingungen, um ein KTI-Projekt durchführen zu können, sind temporär grosszügiger“, erklärt Walter Steinlin, der Präsident der Innovationsagentur, „für Firmen, die unter den erschwerten Exportbedingungen leiden, ist der Moment ausgezeichnet, um Unterstützung bei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu erhalten.“
 
100 Millionen Franken, so hat der Bundesrat beschlossen, werden in die Sonderförderung investiert. Die entsprechenden Massnahmen laufen parallel zur üblichen Projektförderung der KTI und sollen die Unternehmen bei Forschung und Entwicklung, aber auch bei der Markteinführung von innovativen Produkten entlasten. Zentral dabei ist der Austausch zwischen Firmen und Forschungsinstitutionen. Den neuen Ideen der Wirtschaftspartner soll in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner zum Durchbruch verholfen werden. Die KTI übernimmt dabei die Saläre der Forscher – und das ist neu – finanziert auch Anlagen und Geräte in deren Labors. Auf eine griffige Formel gebracht: Die Forscher erhalten das Geld, die Firma den Fortschritt. Gefördert werden nicht nur innovative Produktideen, sondern auch Verbesserungen in der Produktion.
 
Coaching bei der Partnersuche
Doch die KTI bietet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern hilft den Unternehmen auch dabei, die richtigen Partner in der Forschung zu finden. Das macht die Förderaktion speziell auch für Firmen interessant, die noch nie ein KTI-Projekt durchgeführt haben. „Unternehmen ohne Erfahrung sollen sich bei uns melden“, betont Walter Steinlin, „wir haben ein Team von 50 Mentoren und Beratern zusammengestellt und unternehmen Sonderanstrengungen, um geeignete Forschungspartner zu finden.“
 
Ausserordentlich sind während der befristeten Unterstützungsaktion auch die Zulassungsbedingungen. Normalerweise hat bei der KTI nur Chancen, ein Forschungsprojekt bewilligt zu bekommen, wer mindestens die Hälfte der Kosten selbst trägt. Im Rahmen der flankierenden Massnahmen allerdings kann die Eigenleistung eines Unternehmens tiefer angesetzt werden. KMU kann die finanzielle Beteiligung an einem Projekt in besonders begründeten Fällen gar ganz erlassen werden. Zudem werden auch risikoreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit sehr hohem Innovationspotenzial gefördert. Bewilligt werden die Projekte von einer Expertenkommission.
 
Wer profitiert von den Sondermassnahmen?
 
Wie Unternehmen genau vorgehen müssen, um von den flankierenden Massnahmen zu profitieren, können Sie direkt beim Geschäftsführer des Präzisionsclusters (patrick.roth@innobe.ch) oder bei der KTI (http://www.kti.admin.ch/aktuell/00021/00150/00151/00153/index.html?lang=de) in Erfahrung bringen. Ob eine Firma – ganz gleich ob KMU oder Grossunternehmen – von den Sondermassnahmen profitieren kann, lässt sich bereits anhand von drei Testfragen klären:
-          Ist ein Unternehmen direkt oder als Zulieferer stark exportorientiert?
-          Soll ein Innovationsprojekt zusammen mit einer (öffentlichen) Forschungsinstitution durchgeführt
           werden?
-          Ist die Markteinführung eines Produkts innerhalb der nächsten 18 Monate zu erwarten (24-36 Monate
           bei Hochrisikoprojekten mit überdurchschnittlichem Ertragspotenzial)?
 
Können diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, steht der Bewerbung um Teilnahme am Förderprogramm nichts im Weg.
 
Extrem kurzes Zeitfenster
Tatsächlich drängt die Zeit, denn die Fördergelder müssen noch dieses Jahr bewilligt werden. Letzter Termin für das Einreichen eines Gesuchs ist der 15. Dezember 2011. Lassen sich in dieser kurzen Zeit überhaupt neue Forschungspartnerschaften anschieben? „Der Engpass liegt bei den Kapazitäten der Forschungsinstitutionen“, räumt KTI-Präsident Steinlin ein. Lösen will er das Problem mit drei Massnahmen:
Die Forscher werden besser bezahlt als in regulären KTI-Projekten.
Als Forschungspartner sind ausnahmsweise auch private Ingenieurfirmen möglich. Und Schweizer Forschungseinrichtungen können sich Verstärkung bei ausländischen Institutionen holen.
 
www.kti.admin.ch
 
Für Auskünfte im Zusammenhang mit den Sondermassnahmen hat die KTI ein Hotline eingerichtet: 031 324 17 78
 
Mehr infos
Übersicht der Massnahmen
Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten 
Verordnung
 
 



Veröffentlicht am:
10:58:49 21.10.2011 von Caroline Hammel

Letzte Aktualisierung
11:46:17 21.10.2011
Präzisionscluster, Postfach 1340, 2501 Biel/Bienne